Das Buch (6): Der Barenberg – barocke Pracht von unwahrscheinlicher Grösse

Ein Beitrag von Elisabeth Joris und Martin Widmer.

Kaum ein Gebäude zeugt gleichermassen vom ehemaligen Reichtum der Familie Bühler von Feldbach wie der 1707 erbaute Barenberg in der Gemeinde Bubikon: im Stil der Weinbauhäuser des Zürichsees, ähnlich dem rund drei Jahrzehnte später erstellten Oberhaus, aber um einiges grösser noch. Vom kleinen Egelsee kommend sticht uns der Prachtbau mit der grossen, gemalten Sonnenuhr ins Auge. Bettina und Eric Meili-Egli haben ihn 1990 erstanden und nach Vorgaben der kantonalzürcherischen Denkmalpflege ausserordentlich sorgfältig renovieren lassen. Sie führen uns durchs Haus, in dem sie seit bald drei Jahrzehnten eine der drei Wohnungen belegen. Die in hellen Tönen gemalten Innenräume evozieren die barocke Lebensfreude, das mächtige Kellergeschoss lässt die Bedeutung des Bühlerschen Weins, der hier gekeltert und gelagert wurde, erahnen. Das Ehepaar gibt uns Einblicke in bauliche Details – wie die alten Steinfliessen aus Lehm – und weiss auch einiges über die Geschichte des Hauses zu erzählen.

Heinrich Bühler, einer der Enkel des Erbauers der Mühle in Feldbach, wohnte bereits seit 1670 auf dem ererbten Gut Barenberg, das damals rund 72 Hektaren Acker, Reben, Wiesen, Weiden und Wald umfasste. 1707 liess er mit seinem Sohn Hans Rudolf das neue Haus erstellen, der hier mit Familie, Knechten und Mägden leben sollte. Die Familie galt als steinreich, für das Mischen des Mörtels soll statt Wasser Wein gebraucht worden sein, erzählte man sich in der Gegend. Doch das Haus blieb nur noch eine weitere Generation in Bühlerschem Besitz. Wegen fehlender männlicher Nachkommen wurde es nur dreissig Jahre nach seiner Erstellung bereits an einen Chirurgen veräussert. Bis zum Erwerb durch das Ehepaar Meili-Egli ist es insgesamt 32 Mal verkauft worden.

Eric Meili, an der ETH ausgebildeter Nutztierwissenschafter, mästet auf den Weiden des Barenbergs heute Rinder ohne Kraftfutter und Mais, deren Bio-Fleisch er als «meilibeef» direkt vermarktet. Bettina Meili-Egli hatte als beruflich und privat künstlerisch versierte Frau mit historischen Interessen auch Kontakt mit Rosmarie Bühler-Wildberger, deren Sorgfalt und Sachverständnis sie anlässlich einer Führung durchs Oberhaus tief beeindruckten.

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